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Vorderste Verteidigungslinie

Neueste Bedrohung: Alles dreht sich ums virtuelle Geld

RMT (Real Money Transaction oder Real Money Trading) ist in der Welt der Online-Spiele äußerst beliebt und wurde als solches zum Angriffsziel von Trojaner-Spyware.

Als RMT bezeichnet man den Vorgang, bei dem die Teilnehmer eines Online-Spiels gegen echtes Geld mit spieleigenen Zahlungsmitteln und anderen Utensilien handeln. Die Mitspieler von World of Warcraft können beispielsweise mit ihren "Spielgewinnen" (Geld, Rüstungen, Waffen) handeln. Angriffe von Trojaner-Spyware auf Bank- und Kreditkartenkonten sind eindeutig illegal. Obwohl rein rechtlich nichts dagegen spricht, sehen eingefleischte Online-Spieler RMT als unmoralisch an.

Profitorientierte Trojaner-Spyware greift sowohl Online-Banken als auch Online-Spiele an. Trend Micro entdeckt gegenwärtig 7008 Arten von Spyware, die auf Bankbetrug spezialisiert sind, und 3636 Arten, die es auf Online-Spiele abgesehen haben. Beiden Spyware-Arten geht es um den Diebstahl von Informationen. Ist ein Bankkonto infiziert, wird das Geld abgebucht und die Spyware hat ihr Ziel erreicht. Aus einem Spielekonto Profit zu schlagen, ist jedoch schwieriger. Die einzige Möglichkeit ist, den Inhalt des gestohlenen Kontos zu verkaufen. Und die Annahme, eine Online-Bank verfüge über mehr Barvermögen als ihre virtuellen Gegenspieler, entspricht nicht der Wirklichkeit.

2001 berechnete ein Spieler, dass eine Zahlungsmitteleinheit eines Landes im Online-Spiel Everquest mehr als einen japanischen Yen betrug. 2005 schätzte gameusd.com, eine Website zur Ermittlung des Wertes von Online-Zahlungsmitteln, den Wert einer Goldeinheit des Spiels World of Warcraft auf 0,60 US-Dollar. (Anfang 2006 hatte sich dieser Wert auf rund ein Zehntel reduziert). Neben dem Handel mit spieleigenen Zahlungsmitteln wird gerade von den MMOGs (Massively Multiplayer Online Games), wie z.B. World of Warcraft und Lineage, der Verkauf von Rüstungen, Waffen und anderen Utensilien angeheizt. Die Mitspieler können spieleigene Utensilien gegen echtes Geld eintauschen.

Natürlich steckt hinter dieser Trojaner-Spyware in der Welt der Online-Spiele eine rein finanzielle Motivation. Angriffe von Trojaner-Spyware auf Online-Spiele, wie z.B. Warcraft und Lineage, tragen alle Anzeichen organisierter Geldwäschemethoden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Geldwäschemethoden bestehen ihre Online-Versionen aus zwei Schritten: dem Diebstahl der Daten und dem "Umtausch" des spieleigenen Zahlungsmittels in echtes Geld.